Bei dem IRD (Infrarot Drehrohr) handelt es sich um eine innovative patentierte Technik, mit der schütt- und rieselfähige Feststoffe aufgrund von Strahlungswärme erwärmt werden. Die Feststoffe können dabei als Granulat, Flakes, Mahlgut, Pulver oder auch als Paste vorliegen.
Die jeweiligen Wärmeprozesse werden durch IR stark beschleunigt. Trocknung, Beschichtung, Erwärmung, aber auch das Rösten oder ähnliche Prozesse erfolgen im IR-Wärmeprozess deutlich effizienter als im Fließbetttrockner, Wirbelschichttrockner oder Vakuumtrockner. Im Vergleich zu den konventionellen Techniken wird durch die IR-Bestrahlung und der darauf beruhenden besonderen Trocknungsphysik eine erhebliche Energieeinsparung erzielt und die Verweilzeit im Ofen ist reduziert. Trockenmittel oder Luftaufbereitung wie im Trockenluft - Trockner sind verzichtbar (keine Aufbereitung von Trockengas wie im Umlufttrockner). Die IR-Trocknung ist zudem weitestgehend unabhängig von der Umgebungsfeuchte.
Die Physik des IR-Wärmeübertrag und der IR-Trocknung aber auch IRD Produkte und IR-Anwendungen werden auf dieser Seite vorgestellt.
Ein Trocknen von Schüttgut mit Infrarot ist praktisch nur im IRD Infrarot-Trockner durchführbar. Besonders in der Kunststoff verarbeitenden Industrie haben sich Infrarotdrehrohre bereits etabliert. Weitere zukünftige Anwendungen betreffen die Lebensmittel-Industrie sowie die Pharma- und Chemie-Branche.
Als Heizelemente werden vorzugsweise Quarzglasstrahler verwendet. Diese gestatten eine intensive und vor allem tiefenwirksame Bestrahlung mit Infrarot. Die IR-Module werden durch die 42Inventions GmbH aus Vormwald im Siegerland hergestellt und durch die verschiedenen Lizenzpartner in die jeweiligen IR-Maschinen eingesetzt. Besonderes Merkmal dieser IR-Heizmodule sind der hohe Wirkungsgrad und die Einsetzbarkeit in einer Prozess- Atmosphäre mit starker Staubbelastung.
Nahezu alle industriellen Trocknungsaufgaben werden in Zusammenarbeit mit einem Apparatehersteller gelöst. Auf diesen Seiten finden auch Ansprechpartner, die Ihnen bei einem Trocknungs-Problem mit Feststoffen weiterhelfen.
Urban Stricker, diplomierter Ingenieur der Werkstoffwissenschaften, bereits mehrfach für andere Entwicklungen prämiert, hat das IRD im Zusammenhang mit der Trocknung von Kunststoff-Granulaten entwickelt. Das 1998 erstmalig vorgestellte Verfahren schlägt dabei gegenüber der herkömmlichen Trocknung mit Warmluft einen entgegen gesetzten Weg ein. Statt die Partikel in langer Zeit mit heißer Luft von außen zu erwärmen und das Wasser mit hohem Aufwand auszutreiben, erhitzen Infrarot-Strahler das jeweilige Material in Sekundenschnelle von innen. Das Wasser entweicht ohne nennenswerten Widerstand in die normale Umgebungsluft.
Ergebnis sind große Einsparungen an Zeit und Energie: Die Trocknung dauert lediglich Minuten statt Stunden, und zugleich wird der Energieeinsatz zu etwa 80 Prozent reduziert („Physikalische Grundlagen“). Durch die Kombination mit der eigens darauf abgestimmten Drehrohrtechnik ergibt sich zusätzlich die Möglichkeit zur unmittelbaren, kontinuierlichen Förderung des Materials in die Verarbeitungsprozesse. ( Hintergrund „Verfahrenstechnik“).
Nach einigen Entwicklungsjahren ist das Verfahren gereift und seit etwa zwei Jahren für industrielle Anwendungen flächendeckend einsetzbar.
„Schon bald nach den Anfängen war mir klar, dass sich IRD grundsätzlich nicht nur für Kunststoff-Granulate, sondern für jedes Schüttgut eignet“, fühlt er eine Vision in Erfüllung gehen. IRD wird bereits eingesetzt für synthetische Pulver und Fasern, „exotische“ Anwendungen betreffen zum Beispiel die Trocknung von Sand oder auch von Bambusfasern ( Hintergrund „Anwendungen“).
Besonders gute Aussichten sieht der Werkstoffwissenschaftler in der Nahrungsmittelindustrie und der Pharmazie. „Für die Trocknung von Pulvern, wie sie beispielsweise für die Herstellung von Tabletten nötig ist, liegen mit dem IRD bereits umfangreiche Erfahrungen vor. Und Materialien wie Kaffee oder Reis ähneln in der Form und Beschaffenheit sehr stark Kunststoff-Granulaten. Anpassungen der Technik an die jeweiligen Materialien sind relativ leicht möglich“, umreißt Stricker die Perspektiven. Chancen ergeben sich für weitere Partner, die die entsprechenden Industrien beliefern: „Das Potenzial ist fast überwältigend groß„